Das Bild zeigt die Villa Remeis

Villa Remeis

Das „Café Villa Remeis“ wird zum „Haincafé“

Ab Juni steht die Renovierung der SkF-Einrichtung an/Kuchen gibt es am neuen Ort ab 1. Juli

Ob wegen der Remeis-Torte oder anderer Köstlichkeiten – das „Café Villa Remeis“ auf dem Bamberger Rothenberg war schon immer eine gute Adresse für guten Kuchen und kleine Snacks. Das I-Tüpfelchen für einen Besuch lieferte der Blick von der Terrasse hinunter auf die Stadt. Doch nur noch bis Ende Mai ist dieser Genuss möglich. Dann schließt das vom SkF betriebene Café voraussichtlich für drei Jahre. Kuchenliebhaber können jedoch weiterhin auf die Gastlichkeit des Teams rechnen. Als „Haincafé“ wird das beliebte Angebot weiter aufrechterhalten. Die neue Adresse lautet dann Hainstraße 24. Die Bewirtung erfolgt in der Cafeteria und im Innenhof des Pflegezentrums St. Otto der Caritas gGmbH St. Heinrich und Kunigunde, also mitten in der Stadt.

Die einst vom Gründer der Bamberger Sternwarte, Dr. Karl Remeis, bewohnte Villa auf einem der Bamberger Hügel steht nicht mehr auf sicherem Grund, erläutert die SkF-Geschäftsführerin Simone Stroppel den Grund für den Umzug. Schon seit Jahren klaffen breite Lücken in den Außenwänden. Der Berg bewege sich. Das Haus sei auch nur zum Teil unterkellert. Renovierungsbedarf im Innern gibt es ebenfalls schon lange. Nun startet die Stadt Bamberg die Sanierung. Der gesamte Hang muss stabilisiert werden. Das Haus soll einen Anbau, neue Sanitäranlagen und eine größere Küche erhalten. Auch der Garten soll neu angelegt werden.

Sich dieser Maßnahmen bewusst, habe man schon eine ganze Weile nach einer Alternative gesucht und sich vieles angesehen, erklärt Stroppel. Ihr Augenmerk ist dabei auf die Sicherung der Arbeitstherapieplätze des Cafés gerichtet. Denn rund 12 psychisch erkrankte Menschen sind hier dauerhaft in der Küche und im Service beschäftigt. Zusätzlich stellen weitere Bewohner:innen des Agnes-Neuhaus-Heims (ANH), einer Wohneinrichtung mit tagesstrukturellen Angeboten für diese Klientel, die Backwaren im ANH her und finden bei der Pflege des Gartens und in der hauseigenen Wäscherei Beschäftigung. Diese Tätigkeit ist ein Baustein ihres Stabilisierungsprozesses. „Die Bewohner und Bewohnerinnen erhalten hier eine Tagesstruktur. Sie erkennen, dass es für sie einen Sinn macht, früh aufzustehen.“ Die Wertschätzung und öffentliche Anerkennung ihres Tuns stärkten das Selbstbewusstsein, machten deutlich, dass man etwas leiste.

Umso mehr freut es Stroppel, dass sie ihnen die Ungewissheit darüber, was mit ihren Arbeitstherapieplätzen geschieht, nun nehmen kann. Man hat sich erfolgreich mit dem St. Otto-Pflegezentrum im Hain zusammengetan, zahlreiche Hürden überwunden und eine Nutzungsvereinbarung für zunächst drei Jahre unterschrieben. Auch die Einrichtungsleiterin Barbara Blecha freut sich darüber, denn sie hatte ohnehin schon ein Café für ihr Haus geplant. „Es ist einfach eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ So können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Villa weiterarbeiten und für alle Menschen im Hain gibt es ein neues Café und somit auch einen Ort für den Austausch miteinander in ihrer Nachbarschaft. Im Gebäude selbst befindet sich auch das noch neue Stadtteilbüro für den Hain.

Den Namen „Haincafé“ hatten sich die Bewohner:innen des Agnes-Neuhaus-Heims übrigens selbst ausgesucht. Vorteil für sie: Die Arbeitsstätte befindet sich jetzt in unmittelbarer Nähe des Agnes-Neuhaus-Heims. „Vielleicht können wir so noch weitere Bewohner:innen dazu bewegen, sich für einige Stunden im Café zu betätigen“, hofft Stroppel.

Ab 1. Juli soll es dann Kaffee, Kuchen und alkoholfreie Kaltgetränke am neuen Standort geben. Das „Haincafé“ wird von Mittwoch bis Sonntag jeweils ab 13 Uhr geöffnet sein. Am Wochenende bietet das Service-Team ab 12 Uhr zudem ein Mittagsgericht an. Das könne eine Quiche, eine Suppe oder ein Eintopf sein, sagt Stroppel. Wichtig ist ihr noch, dass die Gutscheine, die in der Villa Remeis gekauft wurden, weiterhin ihre Gültigkeit behalten und im „Haincafé“ eingelöst werden können. Dass infolge dieser Kooperation nun auch kleine Feiern für die Bewohner des Seniorenzentrums ausgerichtet werden können, freut auch Barbara Blecha.

In seinem Testament hatte Dr. Karl Remeis (gest. 1882) die Stadt Bamberg zum Erben der Villa bestimmt, mit der Bedingung, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich sein solle. Seither wird sie von der Stadt Bamberg verwaltet. Der SkF betreibt das Café auf dem Berg seit 1997.

C. Dillig

Kontakt:

St. Getreu Straße 13
96049 Bamberg
Telefon: 0951 – 5 79 12
Mail:

Leitung: Bernd Bibelriether

Freuen sich, dass die Remeis-Torte und viele andere Köstlichkeiten weiterhin angeboten werden können, SkF-Geschäftsführerin Simone Stroppel (l.) und Barbara Blecha vom Otto-Heim im neuen „Haincafé“.
Fotos: Caritas-ggmbh