WoGe - Weiter ohne Gewalt

Unabhängig trotz Gewalterfahrung

Das Projekt WoGe hat das Ziel, durch eine Stabilisierung der Teilnehmenden und durch Qualifizierung eine Eingliederung in das Berufsleben zu erreichen.

Wenn Gewalterfahrung ein konstanter Faktor im Leben ist, kann dies zu Ängsten, zu Unsicherheit, zum Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben führen. Seit nunmehr einem Jahr bietet der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Menschen ab 18 Jahren, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind, Unterstützung an. „WoGe“ (Weiter ohne Gewallt) ist ein Angebot, das dabei helfen will, sich unabhängig zu machen. Durch das Erlangen von Stabilität und durch Qualifizierung soll eine Eingliederung in das Berufsleben erreicht werden. Zwölf Plätze stehen dafür zur Verfügung.

Seit Oktober 2025 betreuen Projektleiterin Sandra Morgenroth und ihre Kollegin Luzie Zillig zahlreiche Personen, die das Angebot wahrnehmen. Alle haben Gewalt erfahren, sexualisierte, körperliche oder psychische. Oft gelangten die Betroffenen von einer Gewaltspirale in die nächste, erfahren die beiden Sozialpädagoginnen. Was im Elternhaus beginnt, setzt sich oft im familiären Umfeld der erwachsenen Person fort. Es seien „langjährige Prozesse“. Jahrelang antrainierte Verhaltensmuster lähmten, machten unsicher. Ängste gebe es oft bis hinein ins Alter. Betroffene ziehen sich zurück, meiden den Kontakt zu anderen Menschen. Die Suche nach einer Arbeitsstelle sei für sie ganz schwierig. Allein schon telefonisch einen Arzttermin auszumachen, könne eine große Hürde bedeuten.

Morgenroth und Zillig sehen ihre Aufgabe nicht darin, Gewalterfahrungen aufzuarbeiten oder therapeutisch tätig zu werden, sondern in der Unterstützung auf vielerlei Ebenen, eben genau da, wo Unterstützung gebraucht wird. Im Einzelcoaching werde gemeinsam an Lösungen für Probleme gearbeitet. Man will dabei helfen, sich der eigenen Stärken bewusst, selbstwirksam zu werden. Ziel sei es, Betroffene zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen bis hin zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die WoGE-Ansprechpartnerinnen begleiten bei Bedarf auch zu Ärzten, Fachdiensten oder Ämtern.

Dem Weg heraus aus der Isolation dienen auch die Gruppentreffen. So besteht die Möglichkeit sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, zu erkennen, dass man mit seiner Erfahrung nicht allein ist. In der Gruppe wird lebenspraktisches Wissen vermittelt. Da geht es ums Wohnen, um Haushalt, Geld, aber auch um Themen wie die Mediennutzung, Verträge richtig lesen und verstehen, Bewerbungen, oder Versicherungen. Aber auch Achtsamkeit, Kreativität und gemeinsame Aktivitäten werden gefördert.

Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Der Einzugsbereich ist bayernweit. Meist kommen die Interessierten jedoch aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg. Bislang kommen viele vom Jobcenter, von der unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) oder von einer Tagesklinik an die Hilfsorganisation.  Den beiden Mitarbeiterinnen ist wichtig, dass alle Menschen sich melden können, die Unterstützung brauchen und die oben genannten Voraussetzungen mitbringen – auch unabhängig von anderen Stellen. Die Unterstützung kann bis zu einem Zeitraum von zwölf Monaten gewährt werden.

An „WoGe“ Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0951/98687-14 oder

0155 654 95 601 melden oder per Email unter

Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds ESF und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Text und Foto: C. Dillig

Kontakt:

WoGe - Weiter ohne Gewalt 
Heiliggrabstraße 14
96052 Bamberg
Telefon: (0951) 9 86 87-14
Handy: 0155 654 956 01
E-Mail:

Leitung: Sandra Morgenroth

Sandra Morgenroth (l.) und Luzie Zillig helfen von Gewalt Betroffenen unabhängig zu werden.