Besondere Bildwelten
Manfred Koch stellt seine Fotografien in der Villa Remeis aus
Noch bis in den April ist die Villa Remeis, das Café des Sozialdienstes katholischer Frauen auf Bambergs Rothenberg, auch wieder ein Ausstellungsort. Manfred Koch präsentiert hier unter dem Titel „Wasserwelten und Pariser Ansichten“ seine Fotografien. Aufnahmen aus verschiedenen Werkreihen zeigen, dass die Welt um uns herum auch mit völlig anderen Augen gesehen werden kann. Der Kunsthistoriker Dr. Matthias Liebel erläuterte den Gästen der Eröffnungsveranstaltung die Aufnahmen.
Manfred Koch, der bis zu seinem Ruhestand Leiter der Medienzentrale des Erzbistums Bamberg war, befasst sich schon seit seiner Jugend mit Fotografie. Sein Blick geht über eine realitätsnahe Abbildung des Gesehenen hinaus. Durch die Wahl eines bestimmten motivischen Ausschnitts, durch Bewegung der Kamera, aber auch durch besondere Druck- und Replikationsverfahren erzeugt er besondere Bildwelten.
Einer der Räume der Villa beherbergt Aufnahmen aus seinen Reihen „Meerhimmelland“ und „Wasserfarben/Wasserzeichen“. Sie sehen aus, wie mit Tuschfeder oder mit Aquarellfarben zu Papier gebracht. Es sind aber Aufnahmen, an der Nordsee wie auch an oberbayerischen Seen entstanden, die etwa durch lange Belichtungszeiten den Eindruck von Malerei erzeugen. „Lichtbildmalerei“ nannte es Liebel.
„Übergangenes“ ist eine weitere Fotofolge. In verwitterten Zebrastreifen hat Koch abstrakte Darstellungen entdeckt. Bei genauem Hinsehen sind tierähnliche oder anthropomorphe Gestalten zu entdecken, manchmal skurril, manchmal heiter ausschauend. „Das Vanitas- (Vergänglichkeits-) Motiv und das in doppelter Hinsicht Übergangene reizen mich bei diesen Entdeckungen“, stellt Koch fest.
Und da gibt es noch die Ablichtungen von Werbebotschaften, Graffitis und Momentaufnahmen aus Paris, denen er den Titel „Written on the Walls“ oder auch „Pariser Ansichten“ gibt. Indem Personen, grafische oder farbige Elemente hinzugefügt werden, erhält das Werk eine weitere Dimension. So sollen Resonanzen im Betrachter ausgelöst werden. „Ich mag es, wenn Bilder ihr kleines Geheimnis nicht so leicht preisgeben und dazu anregen, sich assoziativ, emotional, sinnlich aber auch kognitiv mit ihnen auseinanderzusetzen“, sagt Koch. Die Ausstellung zeige, dass Fotografie viel mehr sei als bloß Dokumentation von Wirklichkeit, sagte Matthias Liebel und wünschte den Betrachtern „viel Entdeckerfreude“.
Eingangs hatte der erste Vorsitzende der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Bamberg-Forchheim-Erlangen-Höchstadt, Bernd Franze, Kochs Aufnahmen gewürdigt. Unscheinbares werde hier zum Vorschein gebracht und eine Vielfalt an Perspektiven auf die Wirklichkeit gezeigt. Die KEB ist Kooperationspartner bei der Ausstellung.
Die Fotografien sind zu den Öffnungszeiten des Cafés in der St.-Getreu-Str. 13 zu sehen. Sie können auch erworben werden. Die Hälfte des Erlöses kommt dem SkF zugute.
Text und Foto: C. Dillig
Kontakt:
St. Getreu Straße 13
96049 Bamberg
Telefon: 0951 – 5 79 12
Mail:
Leitung: Bernd Bibelriether
Der Fotokünstler Manfred Koch und Kunsthistoriker Matthias Liebel betrachten Bilder der Ausstellung in der Villa Remeis.