INSEL Begegnungsstätte

Augen:Blicke(n)

INSEL-Begegnungsstätte lädt zu „etwas anderen Spaziergängen“ ein

Auf eine besondere Art und Weise Forchheim erkunden – und dabei auch sich selbst. Dazu will eine 32-seitige Kartensammlung anregen. Sie nennt sich Augen:Blicke(n) und begleitet bei zwei „etwas anderen Spaziergängen“. Ausgearbeitet haben diese ungewöhnliche Anregung speziell für die Corona-Zeit die beiden Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte INSEL, Anke Daneschwar und Karo Mass. In der Begegnungsstätte, in der Beratungsstelle des SkF (Sozialdienst katholischer Frauen), ist die Heftung gegen eine Gebühr ausleihbar oder auch zu kaufen.

Die Besucher der Begegnungsstätte INSEL können sich momentan nicht treffen. Zugleich ist es aber nicht sinnvoll, viel Zeit nur in den eigenen vier Wänden zuzubringen. So entstand die Spaziergangsidee. „Wir wissen, dass während der Corona-Zeit Stress und Ängste entstehen. Zugleich wollten wir dem Bewegungsmangel der Menschen entgegenwirken und etwas Positives für die Befindlichkeit tun.“ „Und es sollte die Möglichkeit bestehen, mit sich und der eigenen Umgebung in Kontakt zu treten, ohne große Anfahrtswege bewältigen zu müssen“, sagt Anke Daneschwar.

Quasi „vor der Haustür“ fand man vieles, das man entdecken kann, das aber nicht immer gleich auf den ersten Blick sichtbar ist. Zwei Spaziergänge von knapp zwanzig Minuten sind so entstanden, jeder etwa eineinhalb Kilometer lang. Gedacht sind sie für die Besucher der Begegnungsstätte, aber auch für alle anderen Interessierten.

„Vergiss nicht das Jetzt“ und „Auf das Wesentliche besinnen“ nennen sich die beiden Rundwege  zu je sechs verschiedenen Orten. Am Standort angekommen, gilt es die auf den Karten abgebildeten kleinen Details zu suchen, direkt vor sich oder auch in luftiger Höhe, Dinge, die in der Hektik des Alltags allzu oft übersehen werden. Zu den auf dunkelblauem Grund gedruckten 12 Orten gibt es auf der Rückseite der Karten noch zahlreiche Hintergrundinformationen.

Weiterhin finden sich dort Fragen, die den Blick auf die persönliche momentane Befindlichkeit lenken. Und so gilt es etwa, große stabile Steinquader zu betrachten und zu erspüren - und sich zugleich zu überlegen, was dem eigenen Leben Halt gibt und worauf man fest bauen kann. Weitere umsichtig ausgesuchte Details lenken die Aufmerksamkeit unter anderem auf den Wohlfühlfaktor Licht oder regen dazu an, eine Liste mit positiven Ereignissen des vergangenen Jahres zu erstellen, oder fragen nach der eigenen Rolle im Leben.

Der zweite Spaziergang ermittelt Wesentliches. Begriffe wie Heimat, Vergänglichkeit, Erinnerung oder eigene Energiequellen werden mit den ausgesuchten Darstellungen verbunden. “Versuchen Sie in Kontakt mit der Umgebung und auch mit Ihren Empfindungen und Gedanken zu kommen, ohne zu werten“, empfehlen die beiden Autorinnen und fordern dazu auf, dabei alle Sinne einzusetzen.

Die kleinen Erkundungsgänge sind bei jedem Wetter möglich und bringen einen nicht mit den Corona-Regeln in Konflikt. Sie bringen einem vielleicht Altbekanntes auf neue Weise nahe gemäß einem Wort des Dichters Christian Morgenstern: „Man sieht etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum ersten Mal wirklich sieht.“ Startpunkt der Spaziergänge ist jeweils die INSEL Begegnungsstätte  in der Bamberger Straße 21.

Text: C. Dillig/Fotos: Anke Daneschwar/C. Dillig

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