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Der SkF Bamberg e.V.

SkF nahm Abschied von Luise Zenk

Langjährige Vorsitzende hat Erfolgsgeschichte des Vereins eingeleitet

Dieser Tage musste der Sozialdienst katholischer Frauen in Bamberg (SkF) Abschied nehmen von einer Frau, die das Geschehen über mehr als drei Jahrzehnte geprägt hat. Die langjährige ehrenamtliche Vorsitzende Luise Zenk verstarb am 9. September 2021 im Alter von 88 Jahren. Die „langjährige Seele“ des SkF sei eine großartige Frau gewesen, „engagiert, couragiert und zielstrebig, auf der Basis ihres katholischen Glaubens“ hieß es in der Trauerrede. Mit großer Leidenschaft und Hingabe für die Belange und Ziele des SkF habe sie sich in Bamberg, aber auch auf Landes- und Bundesebene eingesetzt. „Ohne sie wäre der SkF Bamberg nicht das, was er heute ist.“

Luise Zenk übernahm 1975 den Vorsitz des Vereins. Mit ihrem Namen verbinde sich „eine Erfolgsgeschichte“ in Sachen Weiterentwicklung des Vereins und kontinuierliche Erschließung von neuen Tätigkeitsfeldern.

1977 übernahm der SkF die Trägerschaft der bestehenden Förderschule für jugendliche Aussiedler und erweiterte diese. In Folge wurden Wohnmöglichkeiten für Aussiedlerinnen geschaffen und ausgebaut.

1978 eröffnete Zenk die erste Kinderkrippe in Bamberg und Umgebung. Danach wurde der  Bereich der Kindertagesbetreuung kontinuierlich ausgebaut.

In diese Zeit erfolgte auch der Einstieg in die „Hilfen für psychisch kranke Menschen“. Nach Vorüberlegungen konnte 1982 ein sozialpsychiatrischer Dienst für das Versorgungsgebiet Stadt Bamberg, Landkreis Bamberg und Forchheim eingerichtet werden. Nur wenig später wurde die erste Wohngemeinschaft für psychisch kranke Frauen an die Beratungsstelle angegliedert. Als Zenk 2011 aus der Vorstandschaft ausschied, gab es neben den Beratungsstellen in Bamberg und Forchheim dort auch Begegnungsstätten. Das Agnes-Neuhaus-Heim, anfangs als Übergangseinrichtung konzipiert, wurde zur Langzeiteinrichtung für psychisch kranke Menschen mit tagesstrukturierenden Angeboten. Das Café Villa Remeis zu pachten und es mit Betroffenen zusammen zu betreiben, sorgte damals für viel Diskussion. Auch wurde das Wohnen mit Betreuung für psychisch kranke Menschen rasant ausgebaut und die Firma Prodiflex gegründet, um Betroffenen den Arbeitsmarkt zu erschließen.

Auch die Jugendhilfe blühte in der Zeit Zenks auf. Der SkF übernahm neue Aufgaben. Stichworte sind Erziehungsbeistandschaften und sozialpädagogische Familienhilfe, Vormundschaften und Pflegschaft. Das Mutter-Kind-Haus “Sprungbrett“ wurde eröffnet, die Mädchenwohngruppe STEP kam hinzu sowie die heilpädagogische Tagesstätte. Noch im Jahr 2011 gab Luise Zenk mit dem Projekt „Stopp gegen Rassismus“ den Anstoß für den Einstieg in die Arbeit zur Förderung demokratischer Werte und zur Arbeit mit jungen Migrant*innen.

Die Frauenarbeit, eine Kernaufgabe des SkF, begann mit der Eröffnung des Frauenhauses im Jahr 1986. Bereits zwei Jahre später ergänzte der Notruf für vergewaltigte und sexuell misshandelte Frauen und Mädchen die Hilfen für Betroffene.

Luise Zenk, so hieß es bei der Trauerfeier, sei „fest verankert in der katholischen Kirche“ und habe diese Verbundenheit gelebt. Dies würdigte auch Bambergs Erzbischof Ludwig Schick in einem Kondolenzbrief: „Ihr Wohlwollen und ihre Bescheidenheit waren stets wohltuend. Ihr großer Einsatz für das Wohl der Menschen war inspiriert von ihrem christlichen Glauben und ihrer Zugehörigkeit zur Kirche“. Luise Zenk engagierte sich im SkF auf Landes- und Bundesebene, aber auch im kirchlichen Bereich in zahlreichen Einrichtungen und in ihrer Heimatpfarrei. Für ihr Engagement durfte sie bereits zu Lebzeiten viele Auszeichnungen empfangen, von Bund und Land, vom Papst, vom SkF und vom Bezirk Oberfranken. Vorstand und Mitarbeitende dankten der langjährigen Vereinsvorsitzenden und wollen ihr Lebenswerk „in dankbarer Erinnerung bewahren und fortführen“.

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