Villa Remeis

Botero in Bamberg

Foto-Ausstellung in der Villa Remeis


Neue Kunst im öffentlichen Raum – vor etwas über zehn Jahren war dies für die Stadt Bamberg ein Novum. Damals durften sich Einheimische und Touristen mit den voluminösen Figuren des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero auseinandersetzen, sich darüber freuen oder auch sich ärgern. An die bronzenen Darstellungen und ihre Standorte erinnert jetzt eine Ausstellung in der Villa Remeis. Der Fotograf Gerhard Schlötzer hat 1998/99 die gewichtigen Kunstwerke an den für sie ausgesuchten Standorten fotografiert.

Bei der Ausstellungseröffnung freute sich Simone Stroppel, die als Leiterin des Agnes-Neuhaus-Heims für die Villa mit zuständig ist, viele Interessierte begrüßen zu dürfen. Im Gespräch miteinander erinnerten sich der Fotograf Schlötzer – er ist auch Vorsitzender des Berufsverbands professioneller Bildender Künstlerinnen und Künstler in Oberfranken - und der ehemalige Leiter des Künstlerhauses Villa Concordia, Bernhard Goldmann, an die Anfänge der Bamberger Großplastiken-Ausstellungen.

Das Medium Fotografie werde oft unterbewertet, bedauerte Goldmann. Umso interessanter sei es, sich anhand dieses Mediums noch einmal die Orte der Ausstellung in Erinnerung zu rufen. Für den Initiator der Ausstellungen wie auch für den Fotografen waren die Figuren damals gut platziert. Ziel sei gewesen, den Dialog der Darstellungen mit dem umgebenden Stadtraum zu ermöglichen.

In der Villa ist Schlötzers komplette Serie, 24 in Schwarz-Weiß aufgenommene Kontaktaufnahmen, zu sehen. Sie schärfen den Blick für die von Goldmann ausgesuchten Plätze. Umfeld, Architektur, die Blickachsen mussten bedacht werden. Schlötzers spezifischen Blick auf die „Liegende mit Frucht“, die in Bamberg blieb, auf Spatz und Pferd, auf Torsi kann man in Ruhe bei Kaffee und Kuchen in der Villa genießen. Ausstellungsinitiator wie Fotograf freute es am meisten, dass sich die Bamberger nach anfänglichen Vorbehalten mit ihren Kunstwerken angefreundet haben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. April in der St.-Getreu-Straße 13 zu den Öffnungszeiten des Cafés Villa Remeis (dienstags bis sonntags, 12.00 –18.00 Uhr) zu sehen. Die 25×25 Zentimeter messenden Kontaktabzüge im Passepartout und Ahornrahmen können auch erworben werden.

 

Text und Foto: C. Dillig


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