Suchtberatung Bamberg und Forchheim

Wer spielt verliert 

SkF-Suchtberatung am Aktionstag auf dem Maxplatz

 

„Wer spielt verliert“. Was einer der Zwerge auf dem Bamberger Maxplatz auf seinem Plakat feststellt, ist für rund 70 000 Glücksspielsüchtige in Bayern der Alltag. Der Wunsch nach dem großen Geld kann in die Abhängigkeit führen - pathologisches Glückspielen ist eine Verhaltenssucht. Am Aktionstag gegen Glücksspielsucht Ende September machten Vertreter*innen der Bamberger und der Forchheimer Suchtberatungsstelle auf die Gefahren und auf ihr Beratungsangebot aufmerksam.

Für einen Vertreter der „Anonymen Spieler“, einer Selbsthilfegruppe in Bamberg, der ebenfalls am Stand mit Passant*innen ins Gespräch kam, begann das Spiel mit einem kleinen Einsatz. Mit 20 DM fütterte er einen Automaten und ging mit 320 DM nach Hause. Dies wurde zum Anlass, weiter zu machen. Zeitweise spielte er damals an zehn Automaten parallel. Vordergründig schafft dies eine gute Stimmung, man kann manches Unangenehme vergessen. Schnell kann das Glücksspiel aber zur Gewohnheit und zum wichtigen Lebensinhalt werden. Menschen verspielen ihr Geld, verlieren ihr sozialen Kontakte, verlieren ihre Arbeit, werden krank. Die Familie erfährt häufig großes Leid.

Hier bieten die Suchtberatungsstellen Hilfe an. Bis Mitte Juni hatte man nur telefonisch beraten können. Jetzt sind aber wieder persönliche Beratungsgespräche möglich. „Es kommen wieder mehr Menschen zu uns“, freuen sich die Berater*innen. Auch Angehörige können sich in den Beratungsstellen informieren und aussprechen. Dazu sollen auch Gesprächsgruppen eingerichtet werden.

Eine weitere Möglichkeit, sich Hilfe zu holen, ist die Online-Beratung „Playchange“.  Dort kann man per E-Mail, Chat oder Messengerdienst mit den Berater*innen in Kontakt treten. Auch hier gilt - wie in der persönlichen Beratung vor Ort - Anonymität als Beratungsgrundsatz. „Man muss sich dauerhaft aussprechen dürfen, sonst hilft es nicht“, unterstützen die anonymen Spieler die Bedeutung der Suchtberatung.

Dass beim Spielerschutz heute noch großer Verbesserungsbedarf besteht, hatte Anfang des Jahres der Betroffenenbeirat aus Bayern deutlich gemacht. Bei einer Anhörung zum Entwurf eines Staatsvertrags zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag) brachte er seine Meinung ein. So sollte es ein generelles Werbeverbot für das Glücksspiel geben, Angebote in öffentlichen Räumen, z.B. in Gast-oder Raststätten sollten abgeschafft werden. Man möchte zudem das momentan vorgesehene 1.000 Euro-Verlustlimit eher halbiert als erhöht sehen. Dies sollte auch für das – eigentlich illegale – Online-Spiel gelten.

Welche Angebote die Suchtberatung macht, darüber unterhielten sich am Aktionstag auch die Bamberger Bürgermeister Wolfgang Metzner und Jonas Glüsenkamp mit den Mitarbeiter*innen.

Die Suchtberatungsstelle für Betroffene und deren Angehörige ist in Bamberg in der Schwarzenbergstraße 8, Tel. 0951/86 85 51, E-Mail: zu erreichen und in Forchheim in der Dreikirchenstraße 23, Tel. 09191/7362961, E-Mail:

 

Text und Fotos: C. Dillig

 


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