Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer

Woher der Hass?

Prof. em. Heckmann sprach beim Fachdienst Migration über soziale Vorurteile


Woher kommt der Hass gegenüber Fremden, wie er sich erst kürzlich in einem Attentat in Neuseeland gezeigt hat? Warum werden Menschen zur Rassisten? Was kann man tun? Überlegungen zu diesen Fragen stellte Prof. em. Dr. Friedrich Heckmann, Co-Leiter des Europäischen Forums für Migrationsstudien (efms) der Bamberger Otto-Friedrich-Universität an. Er sprach im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in den Räumen des SkF.

Nicht alles, was mit Benachteiligung zu tun hat, könne unter den Begriff Rassismus fallen, machte Heckmann eingangs deutlich.. Vielmehr sei Rassismus „die härteste Form der Abwertung von Menschen“. Der Begriff stamme aus der Zeit des Kolonialismus im 16. Jahrhundert und sei oft auch biologisch determiniert worden. Damit seien bestimmte Gruppen oder auch Menschen mit bestimmten körperlichen Merkmalen von jeglicher Integration ausgeschlossen worden.

Nach den Worten des Referenten werden soziale Vorurteile im Rahmen der Sozialisation des Menschen übernommen. Auch Lieder oder Literatur können dies unterstützen.

Der soziale Wandel der Gesellschaft, ein Gefühl der Bedrohung des eigenen Status, aber auch die Manipulation der öffentlichen Meinung oder die Streuung von Gerüchten könnten zur Verunsicherung beitragen und Auslöser für Vorurteile sein.

Friedrich Heckmann sprach in seinem Vortrag auch die Zuwanderung von Flüchtlingen an. Durch die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder auch die Veränderung des Wohnumfeldes, in dem nun anders sprechende Menschen leben, entstehe Angst. Sie erhöhe die Bereitschaft, soziale Vorurteile zu übernehmen. Auch könne eine Radikalisierung eintreten.

Wie können Rassismus und soziale Vorurteile bekämpft werden? Hier müsse vor allem Aufklärung betrieben werden, von glaubwürdigen Personen, sagte Heckmann. Der Referent sah in internationalen Kontakt- und Begegnungsprogrammen wie auch in kulturellen Angeboten Möglichkeiten, diffusen Vorbehalten zu begegnen. Aber auch der Staat sei gefordert: Er müsse deutlich machen, dass Vorurteile nicht in Handlungen übersetzt werden dürften. Eines gab der Referent zum Abschluss noch zu bedenken: „Die Änderung von Einstellungen braucht Zeit.“

Eingangs hatten die Vertreterinnen des Fachdienstes Migration und des Jugendmigrationsdienstes, Hanne Hetzel und Julia Mari, die Zuhörer begrüßt.

Text und Foto: C. Dillig





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