Jugendmigrationsdienst

Neues Präventionsprogramm „Jugendsozialarbeit an Schulen“

„Jugendsozialarbeit an Schulen“ nennt sich ein neues Sonderprogramm für alle Jugendlichen. Damit soll einer zunehmenden religiös begründeten Radikalisierung begegnet werden. In Bamberg, einem von 166 Standorten bundesweit, ist beim Jugendmigrationsdienst (JMD) des SkF eine Stelle geschaffen worden, die die Präventionsarbeit vor Ort aufbauen soll. Der Diplom-Pädagoge Bastian Habenstein hat die Stelle des Respektcoaches übernommen. Der JMD hat gemeinsam mit der Erlöserschule und der Staatlichen Berufsschule II in einer Kooperationsvereinbarung festgelegt, wie die Arbeit konkret aussehen wird.

Unterschiedliche Meinungen akzeptieren, Position beziehen, argumentieren – junge Menschen sollen dabei unterstützt werden, damit sie sich besser gegen religiös begründete Radikalisierung wehren können. Schulen sind wichtige Anlaufstellen für primär-präventive Angebote, denn sie vermitteln jungen Menschen die Werte einer demokratischen und offenen Gesellschaft. Gleichzeitig wird dort die Widerstandsfähigkeit gegenüber menschenfeindlichen Ideologien gestärkt.

In Gruppenangeboten sollen die Jugendlichen lernen, sich selbst im Diskus mit anderen zu positionieren und unterschiedliche Auffassungen auszuhalten. Sie sollen zu mündigen, demokratisch gebildeten Bürgern werden. Dazu bedarf es einer engen Zusammenarbeit von Jugendmigrationsdienst und Schule. Die Respektcoaches bieten ergänzend sozialpädagogische Beratung und Begleitung für Schüler an, die einen besonderen Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Schule in den Beruf haben. Damit soll verhindert werden, dass fehlende Lebensperspektiven zu einem Radikalisierungsfaktor werden können.

Zum Netzwerk gehören auch Träger der Radikalisierungsprävention und der politischen Kinder- und Jugendbildung sowie öffentliche Träger der Jugendhilfe. Beteiligt werden zudem die jeweiligen Landesdemokratiezentren.

Das Programm ist vorerst bis Ende 2018 befristet. Es besteht aber die Aussicht, dass es auch danach fortgesetzt wird. 


Text und Fotos: C. Dillig


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