EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung

Leichte Sprache - Schlüssel zur Inklusion

Behindertenbeauftragte Orf sprach auf Einladung von JMD und EUTB

Für Nicole Orf hat der Wunsch, Barrieren abzubauen, oberste Priorität. Als Behindertenbeauftragte der Stadt Bamberg setzt sie sich auf vielen Ebenen für Teilhabemöglichkeiten beeinträchtigter Menschen ein. Ein Aspekt dabei ist die Verwendung der „leichten Sprache“. Bei einem Vortrag sprach sich Orf dafür aus, sie in öffentlichen und anderen Einrichtungen zu fördern und einzuüben, denn sie sei „ein Schlüssel zur Inklusion“. Die Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Wochen war vom Jugendmigrationsdienst (JMD) in Kooperation mit der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) angeboten worden.

„Leichte Sprache“ sei für alle Menschen gedacht, nicht nur für Menschen mit Behinderung, unterstrich die Behindertenbeauftragte. Bestimmte Personengruppen hätten erst durch die Anwendung der Leichten Sprache die Chance, sich in die Gesellschaft einzubringen. Hilfreich sei sie für Menschen mit geistiger Behinderung, mit Hör- und Sehschwierigkeiten ebenso wie für Personen mit Lernschwierigkeiten, mit eingeschränkten Deutschkenntnissen oder Migranten, für Ältere oder auch Jugendliche.

Was kennzeichnet diese Form des sprachlichen Ausdrucks? Orf gab einige Hinweise. Sätze sollten etwa nur acht Wörter umfassen, Schachtelsätze und Möglichkeitsformen sollten vermieden, Wörter mit komplizierten Assoziationen, Abstraktionen oder Fremdwörter nicht verwendet werden. Leichte Sprache soll vor allem auch helfen, das Behördendeutsch besser zu verstehen. Mittlerweile gibt es viele Flyer in Leichter Sprache. Die Auszubildenden der Stadt Bamberg werden in deren Verwendung geschult.

Neben der sehr reduzierten leichten Sprache gebe es auch eine etwas umfangreichere „einfache Sprache“. So sind etwa Bücher in diese sprachliche Form „übersetzt“ worden. Orf stellte ein Beispiel vor. Zu finden sind Medien in einfacher Sprache etwa in der Stadtbücherei Bamberg.

„Die leichte Sprache soll sich mehr und mehr verbreiten“, wünscht sich Orf. Zu diesem Zweck sind bereits Kurse angeboten worden.

Text und Foto: C. Dillig

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