Gesetzliche Betreuungen

Für den Ernstfall Vorsorge treffen

Vortrag von Betreuerinnen im Rahmen der Aktionswoche

 

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung – drei Begriffe, mit denen man sich ungern auseinandersetzt, denn sie verweisen darauf, dass man seine eigenen Angelegenheiten nur noch in begrenztem Maße oder gar nicht mehr regeln kann. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, erläuterten Mitarbeiterinnen des Betreuungsvereins.  Aus Anlass der bundesweiten Aktionswoche der katholischen Betreuungsvereine mit dem Motto „Wir sind da – Richtig! Gut! Zusammen!“ hatten sie Interessierte zu einem Vortrag eingeladen. Angeboten wurde erstmals auch ein Onlinevortrag zum Thema.

Wem erteile ich eine Vorsorgevollmacht? Und was ist eine Betreuungsverfügung? Dass sich jeder ab seiner Volljährigkeit Gedanken darüber machen sollte, darauf wies Heike Hertel hin. Denn im deutschen Recht gibt es die Regel, dass rechtlich nur Eltern für ihre minderjährigen Kinder zuständig sind. Eltern können jedoch nicht mehr für erwachsene Kinder entscheiden, ein Ehepartner längstens drei Monate lang für seinen Partner, wenn dieser dazu nicht mehr in der Lage ist. Entscheidend sei das Vertrauen in eine Person, einen Angehörigen, der gemäß dem eigenen Willen handelt. Dieser kümmere sind dann um Bereiche wie Gesundheit oder Vermögen, um Behörden und Ämter, um Wohnungs- und Mietangelegenheiten, um den Post- und Meldeverkehr oder auch das E-Mail-Postfach. In diesem Fall könne eine Vorsorgevollmacht ausgestellt werden, deren Einhaltung gerichtlich nicht kontrolliert wird.

Sollte jedoch in der Familie keine Person des eigenen Vertrauens vorhanden sein, so sei es ratsam, eine Betreuungsverfügung zu erstellen, Dann werde sich ein gesetzlich bestellter Betreuer um die eigenen Wünsche kümmern. Hertel riet, genau festzulegen, wer in welchem Bereich entscheiden darf, damit beispielsweise unter den Kindern keine Unstimmigkeiten entstünden. Das Formular müsse auffindbar sein, könne eventuell auch bei einem Notar hinterlegt sein. Ein gesetzlicher Betreuer sei regelmäßig rechenschaftspflichtig.

Inga Fritz gab Hinweise zur Patientenverfügung. Sie sei ebenfalls schriftlich zu formulieren und regele vor allem, welche ärztlichen Behandlungen im Fall einer lebensbedrohlichen Situation zu ergreifen bzw. welche zu vermeiden sind. Sinnvoll sei es, diese Verfügung gegebenenfalls zuvor mit dem Hausarzt zu besprechen. Die beiden Referentinnen wiesen darauf hin, dass es zu den jeweiligen Verfügungen Musterformulare gibt.

Fragen zu den Verfügungen beantworten die Mitarbeiterinnen des Betreuungsvereins telefonisch oder auch in einem persönlichen Beratungsgespräch, Tel. 0951/8685-0. 

 

Text und Foto: C. Dillig

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