Villa Remeis

Ein geniales Projekt

Staatsministerin Huml lobte Villa Remeis-Projekt beim Fest zum 20-jährigen Jubiläum

Grund zu Feiern und auch ganz viel Grund, stolz auf das Erreichte zu sein hatte jetzt das Team des Cafés Villa Remeis. Denn seit 20 Jahren erhalten Menschen mit psychischen Erkrankungen dort die Gelegenheit, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Bei der Jubiläumsfeier erhielten diejenigen, die den Mut hatten, dieses Projekt in die Wege zu leiten und dieses bis heute erfolgreich durchführen viel Lob, u.a. von der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie bezeichnete das Vorhaben als „genial“ und „großartig“ und ehrte alle, die täglich zum Gelingen beitragen.

Einen Teil der Arbeitstherapie auszulagern und ein Café unter realen Bedingungen zu betreiben, habe zahlreiche Vorteile, erklärte Huml. Für die Erkrankten bedeute dies, ihren Gesundheitszustand durch sinnvolle Beschäftigung zu stabilisieren, persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln und ein angemessenes Verhalten in der Arbeitswelt zu erlernen und einzuüben. Zugleich erhalte der Arbeitstag eine Struktur. Menschen fühlten sich als wertvoller Teil der Gesellschaft. Auch die Bevölkerung profitiere, denn Berührungsängste und Vorurteile könnten abgebaut werden. Das Projekt hatte bayernweit Aufmerksamkeit erhalten, als es 2014 mit dem „Miteinander-Preis“ des Bayerischen Sozialministeriums ausgezeichnet wurde.

Bürgermeister Wolfgang Metzner ergänzte, dass das Arbeitsangebot in der Villa Remeis die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen umsetze, in der ein Leben in Würde und ein Alltag ohne Barrieren als Hauptziel genannt werden. „Nicht über Inklusion reden, sondern Inklusion tun“, diese Worte der Leiterin des Agnes-Neuhaus-Heims und des Villa-Projekts, Simone Stroppel, seien hier vorbildlich umgesetzt.

Stroppel freute sich, dass es mit dem Projekt gelinge, psychiatrische Erkrankungen aus der Tabuzone zu bringen: „Viele Barrieren, Ängste und Vorurteile konnten in diesen Jahren abgebaut werden. Der gegenseitige Respekt und der natürliche Umgang miteinander konnten wachsen und reifen.“ Alle Mitarbeiter seien froh über die Anerkennung und darüber, dass das Café gut angenommen wird, auch wenn die Arbeit anstrengend sei und viel Einsatzwillen erfordere. „Ich bin stolz darauf, Leitung einer solch tollen Truppe zu sein“, sagte Stroppel.

Staatsministerin Huml und die SkF-Vorsitzende Brigitte Randow dankten allen Bewohnern und Mitarbeitern und überreichten ein Geschenk.

Text und Fotos: C. Dillig

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