Fachdienst Migration

Fluchtursachen in Afghanistan

Dr. Andreas Wilde sprach beim Fachdienst Migration

 

Von Afghanistan, einem Land, in dem Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit herrscht, berichtete Dr. Andreas Wilde in einem Vortrag beim SkF. Der Fachdienst Migration hatte ihn eingeladen, über „Fluchtursachen vor dem Hintergrund asylpolitischer Debatten“ zu sprechen. Vertreter von Ämtern und Schulen, die mit Asylsuchenden zu tun haben sowie andere Interessierte waren dazu in die Schwarzenbergstraße gekommen.

Wie sieht das Land aus, aus dem „unsere Jungs“ kommen, wollte Fachdienstleiterin Hanne Hetzel wissen. Der Dienst betreut zahlreiche afghanische Jugendliche.

Dr. Wilde, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Iranistik der Universität Bamberg, ging auf die Lage ein. In der aktuellen Diskussion gebe es ein Zerrbild des Landes, da die Sicherheitslage sehr stark im Fokus stehe. Dagegen schilderte Wilde, der vor Jahren selbst in Afghanistan gelebt hatte, die Lage als sehr komplex. Neben der politischen und militärischen Lage sei auch die wirtschaftliche Situation Ursache für Fluchtbewegungen, auch innerhalb des Landes sowie in die Nachbarländer. Wilde nannte Ressourcenkonflikte (um Land, Wasser, Weidegebiete, Bodenschätze). Er berichtete von Milizen und Organisationen, die gegeneinander oder gegen die afghanische Regierung kämpfen, von einem Land, in dem es Korruption gibt,  in dem Netzwerke viel zählen, der Zentralstaat aber wenig Durchsetzungskraft hat. Auch gebe es immer wieder Auseinandersetzungen mit den Nachbarländern Iran und Pakistan: „Die Konflikte sind zahllos. Die Armut ist groß.“ Daher sei es wichtig, das Land Afghanistan wieder stärker in den Blick zu nehmen. Wilde: „Wir müssen öffentlich auf das Land aufmerksam machen.“

Vor diesem Hintergrund hatte eingangs Bürgermeister Wolfgang Metzner auf die Mahnwachen bezüglich der Rückführung von Asylsuchenden in ein „vermeintlich sicheres“ Herkunftsland hingewiesen. Auch er mahnte dazu, Einfluss auf Politik und Gesetzgebung zu nehmen, damit „wohlüberlegter“ über das Schicksal der geflüchteten Menschen entschieden werden kann.

Text und Foto: C. Dillig

 

 

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